Heimatverein Drabenderhöhe e.V.

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 ====== Berge und Anhöhen ====== ====== Berge und Anhöhen ======
  
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 ^Berg^Höhe^Lage & Bedeutung^ ^Berg^Höhe^Lage & Bedeutung^
-|Großer Heckberg (Im Heck)|383,4m|Nordwestlich Obermiebach, höchste Erhebung in der näheren Umgebung, Gemeinde Much, südlich des Heckbergs verlief die alte Brüderstrasse und war gleichzeitig die Grenze zwischen dem bergischen Ämtern Steinbach und Windeck. Grenzhecken schützen diese Grenze zwischen den Ämtern.|+|Heckberg (Im Heck)|383,4m|Nordwestlich Obermiebach, höchste Erhebung in der näheren Umgebung, Gemeinde Much, südlich des Heckbergs verlief die alte Brüderstrasse und war gleichzeitig die Grenze zwischen dem bergischen Ämtern Steinbach und Windeck. Grenzhecken schützen diese Grenze zwischen den Ämtern.|
 |Immerkopf (Auf dem Immerhöchsten)|364,2m|Nördlich Immen und Brächen, höchste Erhebung innerhalb der Stadt Wiehl, Bezeichnung für die höchste Erhebung in der Flur Immen.| |Immerkopf (Auf dem Immerhöchsten)|364,2m|Nördlich Immen und Brächen, höchste Erhebung innerhalb der Stadt Wiehl, Bezeichnung für die höchste Erhebung in der Flur Immen.|
 |Schimmelhau (Im Schimmelhau)|364,0m|Nordwestlich von Brächen, ehemaliges Munitionsdepot der Bundeswehr, der Name kommt vom althochdeutschen skimbal = faulig, schimmelig, Hau steht für den Rodewald. Der faulige sumpfige Wald.| |Schimmelhau (Im Schimmelhau)|364,0m|Nordwestlich von Brächen, ehemaliges Munitionsdepot der Bundeswehr, der Name kommt vom althochdeutschen skimbal = faulig, schimmelig, Hau steht für den Rodewald. Der faulige sumpfige Wald.|
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 |Rafelsberg (Im Rafelsberg)|360,4m|Westlich Büddelhagen, Loopetal, Bezeichnung unklar, evtl. althochdeutsch rawa = ruhe und das mundartliche hövel = Hügel/Hubel, also der ruhige Hügel.| |Rafelsberg (Im Rafelsberg)|360,4m|Westlich Büddelhagen, Loopetal, Bezeichnung unklar, evtl. althochdeutsch rawa = ruhe und das mundartliche hövel = Hügel/Hubel, also der ruhige Hügel.|
 |Hohe Warte (Am Giersberg)|359,8m|Nördlich Forst und Daxborn, 1575 der Geirßspergh, althochdeutsch gēr – steht für Speer oder Dreizack - markantes Lanschaftsmerkmal, bereits 1575 wurde das dortige Bergwerk Hönernist genannt, 1802 "Der Gersberg".| |Hohe Warte (Am Giersberg)|359,8m|Nördlich Forst und Daxborn, 1575 der Geirßspergh, althochdeutsch gēr – steht für Speer oder Dreizack - markantes Lanschaftsmerkmal, bereits 1575 wurde das dortige Bergwerk Hönernist genannt, 1802 "Der Gersberg".|
 +|Steinbrecher Kopf (Auf der Steinbreche)|358,0m|nordwestliche Nebenanhöhe des Schimmelhau, Ort an dem Steine gebrochen wurden = Steinbruch|
 |Löher Kopf (Auf dem Löh)|352,8m|Westlich Scheidt, althochdeutsch Loh = Lichtung, Hain, Gehölz, Busch oder Wald.| |Löher Kopf (Auf dem Löh)|352,8m|Westlich Scheidt, althochdeutsch Loh = Lichtung, Hain, Gehölz, Busch oder Wald.|
 |Buschhardt (An der Buschhardt)|352,2m|Nordwestlich Brächen und nördlich Verr, Busch und Hardt stehen für Wald.| |Buschhardt (An der Buschhardt)|352,2m|Nordwestlich Brächen und nördlich Verr, Busch und Hardt stehen für Wald.|
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 |Hardtskopf (Auf der Hardt)|307,9m|Walderhebung südlich Scheidt, steht für Wald.| |Hardtskopf (Auf der Hardt)|307,9m|Walderhebung südlich Scheidt, steht für Wald.|
 |Hömel (Im Hömel)|305,0m|1575 Hummeler Berg, Anhöhe östlich Weiershagen. Althochdeutsch: hoh = Höhe und buhil = Berg oder Hügel, der Hohe Berg.| |Hömel (Im Hömel)|305,0m|1575 Hummeler Berg, Anhöhe östlich Weiershagen. Althochdeutsch: hoh = Höhe und buhil = Berg oder Hügel, der Hohe Berg.|
 +|Heienhardt (Auf der Heienharth)|276,0m|Anhöhe westllich von Jennecken, steht für die Hohe Hardt, der Hochwald|
 |Wiehau (Im Wiehau)|265,8m|Nördlich Forst, steht für Wiese und Hau für den Rodewald. Hier wurde der Wald für die landwirtschaftliche Nutzung von Wiesen im Mittelalter gerodet.| |Wiehau (Im Wiehau)|265,8m|Nördlich Forst, steht für Wiese und Hau für den Rodewald. Hier wurde der Wald für die landwirtschaftliche Nutzung von Wiesen im Mittelalter gerodet.|
-|Heskesberg (Auf dem Heskenberg)|265,8m|Berg bei Weiershagen, westlich Reuschenbach. Bedeutung unklar. Wahrscheinlich zu einem Personennamen Hesker gehörig. Berg des Hesker.|+|Heskesberg (Auf dem Heskenberg)|265,8m|Berg bei Weiershagen, westlich Reuschenbach. Verkleinerungsform zu Hase, der Häschenberg.|
 |Sonnenscheinsberg (Im Sonnenschein)|265,4m|Nördlich Forst. Berg an dem viel die Sonne scheint.Sonnenschein war auch der Name eines Bergwerks in der Nähe, 1575 urkundlich genannt.| |Sonnenscheinsberg (Im Sonnenschein)|265,4m|Nördlich Forst. Berg an dem viel die Sonne scheint.Sonnenschein war auch der Name eines Bergwerks in der Nähe, 1575 urkundlich genannt.|
 +|Mühlenhardt (Auf der Mühlenhardt)|254,6m|Anhöhe nördlich Jennecken, bezieht sich auf ein Waldgebiet Nähe der Hähner Mühle|
 |Hohhardt (Auf der Hohhart)|253,2m|Östlich Weiershagen. Der Wald, der auf der Höhe liegt.| |Hohhardt (Auf der Hohhart)|253,2m|Östlich Weiershagen. Der Wald, der auf der Höhe liegt.|
-|Faulenberg|234,0m|Nördlich von Kleebornen, althochdeutsch: falu = der fahle, blasse Berg.|+|Faulenberg (Im Faulenberg)|234,0m|Nördlich von Kleebornen, althochdeutsch: falu = der fahle, blasse Berg.|
 |Wiehlpuhler Stauwehr|140,6m|Tiefster Punkt, Höhengefälle zum Immerkopf 223,6m. Ohler Stauwehr bei Ründeroth, 126,4 m - Höhengefälle zur Hohen Warte 233,4 m.| |Wiehlpuhler Stauwehr|140,6m|Tiefster Punkt, Höhengefälle zum Immerkopf 223,6m. Ohler Stauwehr bei Ründeroth, 126,4 m - Höhengefälle zur Hohen Warte 233,4 m.|
  
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 ==== Giersberg/Hohe Warte ==== ==== Giersberg/Hohe Warte ====
  
- Die Hohe Warte ist ein markanter Berg, der früher auch Giersberg genannt wurde. Auf der Mercatorkarte von 1575 heisst es „Der Geirßpergh“. Die Herkunft des Namens lässt sich auf das althochdeutsche „giēren“ zurückführen und bedeutet „bronzieren, mit Erz beschlagen“. Ein möglicher und wahrscheinlicher anderer Ansatz kommt vom althochdeutschen Wort „gēro“, was für eine Landzunge, einen Zipfel steht. Der 1575 erwähnte Geirßpergh müsste sich mit einem Dehnungs-i lesen, also „Geerspergh“, alt- und mittelhochdeutsch „gērospergh“, der Berg im Landzipfel. Der Giersberg lag geografisch tatsächlich in einem märkischen, später gimbornischen Landzipfel, der ins Herzogtum Berg und in die Reichsherrschaft Homburg hereinragte.„gēr“ steht ebenfalls für einen Speer oder Dreizack. Schaut man sich die Topografie des Berges an, ragt dieser als markantes Landschaftsmerkmal wie ein Speer aus der Landschaft heraus. Interessant ist auch die in der Mercatorkarte eingezeichnete am Fusse des Berges und an der Quelle des Molbaches gelegene Bezeichnung „Eerle Läg am Wendelen Winhain“. Dabei handelt es sich um eine als Grenzbezeichnung erwähnte Erle am Wendelins Weinhagen. Es kann vermutet werden, dass ein Wendelin dort ein Flurstück (Weinhagen) mit Weinanbau im Mittelalter bewirtschaftete. Dabei muss ausgegangen werden, dass diese 1575 erwähnte Flur schon sehr alt war, denn um diese Zeit war das Klima sehr viel kühler als im 20. Jahrhundert. Selbst heute ist dort kein Weinanbau möglich. Doch im Hochmittelalter um 1200 gab es ein Klimaoptimum, wo die Durchschnittstempaturen sehr viel höher waren als heute und Weinanbau in Oberbergischen Land möglich war.+Die Hohe Warte ist ein mit 359,8 Meter hoher markanter Berg, der früher auch Giersberg genannt wurde. Der Berg fällt fast zu allen Himmelsrichtungen sehr steil ab und hat ein Höhengefälle zur Agger am Ohler Stauwehr von 233,4 Metern.  Der Berg stellt den nördlichsten Punkt des Heckberger Waldes dar und liegt bereits im Gebiet der früheren Gemeinde Ründeroth. 
  
-Um den Giersberg lagen früher reiche Eisenerzvorkommen, so bei Kaltenbach und Forst. Direkt am Fuß des Berges lag das ebenfalls 1575 erwähnte Bergwerk „Daß hoenernist“, als Flurname noch als „Im Hühnernest“ erhalten. Heute ist es mit der Autobahnauf- bzw. abfahrt überbaut. Der Erzabbau geht weit ins Mittelalter zurück. Bereits 1474 wurde am Giersberg von Bergbau berichtet und nicht weit davon verlieh man 1477 Schürfrechte „in dem Berg uff dem Vorste„. Westlich der Hohen Warte ist der Kaltenbacher Bergbau erwähnenswert. Laut einer Urkunde von 1575 waren dort mehrere Bergwerke in Betrieb, wie der „Sonnenschein, Schall, Hundt, Brabendsche Wandt, althoechste, zeche, heidt und Jammerthal“. Der Name Hohe Warte dagegen hat sich erst Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts durchgesetzt und bezieht sich auf einen Flurnamen „Hohe Wardt“. In der Wiebeking-Karte von 1789 über das Herzogtum Berg heisst es „Girschberg“, in der Rummelkarte von 1802, die die Reichsherrschaft Gimborn-Neustadt darstellt, erscheint die Bezeichnung „Der Gersberg“, klein darüber ist „Die hohe Warte“ eingezeichnet. Auch die Bilakarte aus dem Jahre 1845 ortet gross „Der Gersberg“ und klein „hohe Warte“. Mit der preussischen Uraufnahme von 1894 verschwindet der Name Giersberg, bleibt aber als Flurname „Am Giersberg“ erhalten.+Auf der Mercatorkarte von 1575 heißt es „Der Geirßpergh“. Die Herkunft des Namens lässt sich auf das althochdeutsche  „gēro“ bzw. „gēr“ zurückführen. Dabei steht „gēro“ für eine Landzunge oder Zipfel. Der 1575 erwähnte Geirßpergh müsste sich mit einem Dehnungs-i lesen, also „Geerspergh“, alt- und mittelhochdeutsch „gērospergh“, der Berg im Landzipfel. Der Giersberg lag geografisch tatsächlich in einem märkischen, später gimbornischen Landzipfel, der ins Herzogtum Berg und in die Reichsherrschaft Homburg hereinragte.
  
-Über die Hohe Warte führte auch eine mittelalterliche Handelsstrasse, die von Bonn, Drabenderhöhe und Ründeroth nach Hagen führte. Sie wurde als „Zeithstrasse“ bezeichnet. Über diese Höhen-Verbindungsstraße zogen früher mühsam Ochsen- und Pferdefuhrwerke. Weiteres unter der Rubrik “Die alten Fernhandelsstrassen„.+Ein anderer Ansatz für die Wortherkunft liegt in „gēr“, was für einen Speer steht oder Dreizack steht. Schaut man sich die Topografie des Berges an, ragt dieser als markantes Landschaftsmerkmal wie ein Speer aus der Landschaft heraus. 
 +Interessant ist auch die in der Mercatorkarte eingezeichnete am Fuße des Berges und an der Quelle des Molbaches gelegene Bezeichnung „Eerle Läg am Wendelen Winhain“. Dabei handelt es sich um eine als Grenzbezeichnung erwähnte Erle in den Fluren auf dem Windel und Weinhagen. "Auf dem Windel" kann mit Windbühl übersetzt werden und bedeutet windiger Hügel.
  
-Der Verschönerungsverein Ründeroth errichtete auf dem Gipfel am 20. September 1867 auf fast 360 m Höhe einen der ersten Aussichtstürme im Oberbergischen Land. Von hier aus hat man einen fantastischen Blick zum Rhein, sowie ins Agger- und Wiehltal. Selbst das Siebengebirge bei Bonn ist bei gutem Wetter zu sehen. Neben dem Aussichtsturm befindet sich die im Jahre 2000 errichtete „Paul-Claudius-Schutzhütte“. Auf dem Weg nach Ründeroth hat der Heimat- und Verschönerungsverein Ründeroth einen Rastplatz mit einer Infotafel zur „Alten Zeithstrasse“ eingerichtet. +Bei der Flur Weinhagen kann vermutet werden, dass dieses Gebiet mit Weinanbau im Mittelalter bewirtschaftetet wurde. Dabei muss ausgegangen werden, dass diese 1575 erwähnte Flur schon sehr alt war, denn um diese Zeit war das Klima sehr viel kühler als im 20. Jahrhundert. Selbst heute ist dort kein Weinanbau möglich. Doch im Hochmittelalter um 1200 gab es ein Klimaoptimum, wo die Durchschnittstemperaturen sehr viel höher waren als heute und Weinanbau in Oberbergischen Land möglich war.  
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 +Um den Giersberg lagen früher reiche Eisenerzvorkommen, so bei Kaltenbach und Forst. Direkt am Fuß des Berges auf homburgischen Territorium befand sich das ebenfalls 1575 erwähnte Bergwerk „Daß hoenernist“, als Flurname noch als „Im Hühnernest“ erhalten. Heute ist es mit der Autobahnauf- bzw. abfahrt überbaut. Der Erzabbau geht weit ins Mittelalter zurück. Bereits 1474 wurde am Giersberg von Bergbau berichtet: am 24. März 1474 befahl Herzog Johann von Cleve, Graf von der Mark dem Amtmann und dem Vogt „ter Nyerstat (Bergneustadt) in unsen Suyderlande“, den „blyeberch (Bleiberg) geheyten in unsen kirspel van Runderoide (Ründeroth)“ für die kommenden zwölf Jahre zu freien und niemanden ohne seine besondere Erlaubnis darin arbeiten zu lassen. Wer aber mit Erlaubnis dort arbeitet, soll den 15. Zentner von allem gewonnenen Blei abliefern. Allerdings wurde der Bergzehnte auch vom St. Severinsstift in Köln beansprucht, der Flächen auf dem Berg in Erbschaft erhalten hatte und diesen als Severinsberg bzw. Giersberg bezeichnete. Der Wald des Giersberges war Teil des bereits 1413 genannten Fronhofes Lindlar, der zu den Besitztümern des Severinsstiftes gehörte. Die Inhaber der Hofgüter des Fronhofes der Höfe Daxborn, Ohl, Bellingroth, Walbach und Leppe hatten gewisse Rechte am Forst. Nach einem Weistum vom 1. August 1528  konnten die fünf Höfe ein Drittel der Büsche am Giersberg für die Umzäunung ihres Erbes schlagen. Zwei Drittel des Busches gehörten dem Sankt Severins-Stift. Ein Flurname „Der Bleiberg“ existiert bis heute am Abhang oberhaltb der Ortschaft Ohl bei Ründeroth.  
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 +Nicht weit davon verlieh man auf der homburgischen Seite 1477 Schürfrechte „in dem Berg uff dem Vorste„. Westlich der Hohen Warte ist der Kaltenbacher Bergbau erwähnenswert. Laut einer Urkunde von 1575 waren dort mehrere Bergwerke in Betrieb, wie der „Sonnenschein, Schall, Hundt, Brabendsche Wandt, althoechste, zeche, heidt und Jammerthal“. Der Name Hohe Warte dagegen hat sich erst Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts durchgesetzt und bezieht sich auf einen Flurnamen „Hohe Wardt“.  
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 +1690 heißt es in der Karte „Berge ducatus Marck comitatus“ von Gerard Valck und Pieter Schenk „Der Gersberg“ und in der Wiebeking-Karte von 1789 über das Herzogtum Berg „Girschberg“. In der Rummelkarte von 1802, die die Reichsherrschaft Gimborn-Neustadt darstellt, erscheint die Bezeichnung „Der Gersberg“, klein darüber ist „Die hohe Warte“ eingezeichnet. Auch die Bilakarte aus dem Jahre 1845 ortet groß „Der Gersberg“ und klein „hohe Warte“. Mit der preußischen Uraufnahme von 1894 verschwindet der Name Giersberg, bleibt aber als Flurname „Am Giersberg“ erhalten.  
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 +Über die Hohe Warte führte auch eine mittelalterliche Handelsstraße, die von Bonn über Drabenderhöhe und Ründeroth nach Hagen führte. Sie wurde als „Zeithstraße“ bezeichnet. Über diese Höhen-Verbindungsstraße zogen früher mühsam Ochsen- und Pferdefuhrwerke. Möglicherweise hat es auf der Kuppe aufgrund des Bodenreliefs auch eine mutmaßliche frühmittelalterliche Wallanlage gegeben, die aber noch archäologisch zu untersuchen ist.  
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 +Der Verschönerungsverein Ründeroth errichtete auf dem Gipfel am 20. September 1867 einen der ersten Aussichtstürme im Oberbergischen Land. Von hier aus hat man einen fantastischen Blick zum Rhein, sowie ins Agger- und Wiehltal. Selbst das Siebengebirge mit dem Ölberg bei Bonn ist bei gutem Wetter zu sehen. Neben dem Aussichtsturm befindet sich die im Jahre 2000 errichtete „Paul-Claudius-Schutzhütte“. Auf dem Weg nach Ründeroth hat der Heimat- und Verschönerungsverein Ründeroth einen Rastplatz mit einer Infotafel zur „Alten Zeithstraße“ eingerichtet.  
  
 ==== Hipperich ====  ==== Hipperich ==== 
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 Heute stehen Teile des Waldgebietes Hipperich unter Naturschutz. Hier finden sich Birkenbruchwälder, naturnahe Laubwälder, feuchte Heidegebiete mit Glockenheide  und offene Übergangs- und Schwingrasenmoore,  die erhalten und weiter entwickelt werden sollen. Ebenso stehen die Spülteiche bei Forst, sowie große Teile des westlich gelegenen Hipperichsiefentales unter Naturschutz. Der Hipperichsiefen ist die natürliche Westbegrenzung des Berges und wird im Unterlauf zum Kaltenbach und bildete früher die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Reichsherrschaft Gimborn-Neustadt bzw. später die Gemeindegrenzen zwischen Ründeroth und Engelskirchen und den Kreisen Rhein-Berg und Oberberg. Heute stehen Teile des Waldgebietes Hipperich unter Naturschutz. Hier finden sich Birkenbruchwälder, naturnahe Laubwälder, feuchte Heidegebiete mit Glockenheide  und offene Übergangs- und Schwingrasenmoore,  die erhalten und weiter entwickelt werden sollen. Ebenso stehen die Spülteiche bei Forst, sowie große Teile des westlich gelegenen Hipperichsiefentales unter Naturschutz. Der Hipperichsiefen ist die natürliche Westbegrenzung des Berges und wird im Unterlauf zum Kaltenbach und bildete früher die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Reichsherrschaft Gimborn-Neustadt bzw. später die Gemeindegrenzen zwischen Ründeroth und Engelskirchen und den Kreisen Rhein-Berg und Oberberg.
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 +==== Löher Kopf ====
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 +Der Löher Kopf ist ein 352,8 hoher Berg bei Drabenderhöhe und wird von den Bächen Loope, Umschersiefen, der von Büddelhagen kommt, Pfaffenscheider Siefen mit Hersiefen und Lochersiefen umrahmt. Die Anhöhe fällt am Zusammenfluss von Umschersiefen und Loopebach auf 274 Meter und am Zusammenfluss von Miebach und Pfaffenscheider Siefen auf 260 Meter ab und hat einen Höhengefälle von bis zum 94 Metern. Die Umgebung ist ein beliebtes Wandergebiet. 
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 +Die Anhöhe liegt in den historischen Fluren von Büddelhagen, Verr und Pfaffenscheid, sowie mit kleinen Anteilen in den früheren Fluren von Brächen, Obermiebach, Niedermiebach und Scheidt und man könnte sagen, der Berg ist so etwas wie der Hausberg der umliegenden Weiler. 
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 +An Flurnamen finden sich „Hinten im Löh“, „Am Löh“ (Büddelhagen), „Oben aufm Löh“ mit der höchsten Erhebung, „ Unterm Löh“, „Aufm Löh“ (Flur Verr), „Oben im Löh“, „Vorm Löh oberm Miebacher Kirchweg“, „Im Löh unterm Miebacher Kirchweg“, „Unten hinten im Löh“, „Oben hinten im Löh“ und Unten im Löh“ (Pfaffenscheid). 
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 +Die Herkunft des Namens Löh lässt sich aus dem althochdeutschen lô oder loh bzw. aus dem mittelhochdeutschen lôh oder lôch herleiten, was für einen Wald, Hain oder Gebüsch steht. Verwandt ist der althochdeutsche Begriff mit dem lateinischen „lucus“ mit der selben Bedeutung. Eine Bewaldung findet sich dort heute auch noch. 
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 +Der Loopebach und der Lochersiefen haben die selbe Wortherkunft. Die Loope besteht aus den Namenspaaren Loo- und -pe, was verkürzt „Bach“ heißt. Die Loope ist also nichts anderes als der Waldbach. Der Lochersiefen, der bei Obermiebach entspringt und im Unterlauf zum Miebach wird steht für den Waldsiefen. 
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 +Im südlichen Bereich des Löher Kopfes läuft die mittelalterliche Brüderstraße entlang. Sie führte von Köln nach Siegen und diente als Handels- und Pilgerstraße. Nach der Reformation ist der alte Name in Vergessenheit geraten und man nannte den Weg Kölner Straße oder auch Cölner Weg. Die heutige Straßenname „Alte Kölner Straße“ erinnert noch an die Bedeutung der Verbindung, die Anfang/Mitte des Jahrhunderts durch den Straßenbau durch die Täler nicht mehr genutzt wurde. 
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 +Etwas unterhalb der Brüderstraße existierte der „Miebacher Kirchweg“, ein Verbindungsweg von Obermiebach über  Scheidt zur Kirche von Drabenderhöhe. Dieser Feldweg verschwand in den 1950er Jahren durch die Flurbereinigung. 
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 +Im Bereich des Löher Kopfes existieren noch einige interessante Flurnamen. Ein kleines Flurstück hinter dem Löher Hof direkt an der Brüderstraße heißt „Unter der Galgenbirk“. Vermutlich stand hier tatsächlich in exponierter Lage direkt am Handelsweg für jeden sichtbar ein Galgen. Interessanterweise finden sich in den Archiven Dokumente über eine Hinrichtung eines „Luppen von Geuperkhausen“ (Göpringhausen) im Jahre 1528. Was er verbrochen hatte, ist unbekannt, aber es muss sich um eine sehr schwerwiegende Tat gehandelt haben, denn er wurde nach der Verurteilung durch den bergischen Amtmann Wilhelm Quad auf grausame Weise gevierteilt. Diese Art der Hinrichtung muss die Bevölkerung sehr beeindruckt haben, denn man erinnerte sich noch 1576 an den außergewöhnlichen Tod. Zeuge Johan Zangen auf der Drabenderhöhe erklärt am 11. Februar: „der Luppen von Geuperkhausen sei zu Prumbach (Prombach) am Gericht geviertheilt, dhavon auch ein Virtheill nidt weidt von der Drabenderhohe bei seinen jungen Tagen aufgehenket worden. Das könnte die Flurbezeichnung „Unter der Galgenbirk“ erklären. Zwei weitere Teile des Mannes wurden bei Niederbreidenbach und bei Röttgen auf einem Pfahl aufgehängt. 
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 +Die Kirchengemeinde Drabenderhöhe mit dem Pfarrgut Pfaffenscheid besaß im Bereich des Löher Kopfes Wald- und Wiesenflächen, wie die Flurnamen „An den Pfaffeneichen, In den Pfaffeneichen, Unter den Pfaffeneichen, Im Herhof, Oberm Herhof, Unterm Herhof, In der Pfaffenwiese, Vor dem Herhof zwischen den Hecken, Aufm Kirchenfeld, Unterm Kirchenfeld und Hinterm Kirchenthor“ zeigen. Die Straße „Herrenhofer Straße“ erinnert an die alte Flur. Als „Herren“ und „Pfaffen“ hat die bäuerliche Bevölkerung früher den reformierten Pastor genannt. 
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 +Bemerkenswert ist die Flur mit dem Namen „Im Seligenthal“ unterhalb von Pfaffenscheid am Pfaffenscheider Siefen. Das hat vermutlich kaum etwas mit dem religiösen „selig“ zu tun, sondern kommt eher vom althochdeutschen „selidilīn“, was für ein kleines Haus oder Hütte steht und sich auf den Pfarrhof bezieht. 
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 +Interessant ist noch „In der Lohmühlenwiese“, einer Wiese unterhalb von Verr an der Loope. Ein Lohmühle diente zur Zerkleinerung der für eine Lohgerberei notwendigen pflanzlichen Gerbmittel, die aus Eichen- und Fichtenrinden gewonnen und zu Lohe verarbeitet wurden. Die Lohe ist sehr gerbsäurehaltig und wurde zum Gerben von Leder verwendet. Der Flurname muss schon mehrere hundert Jahre alt sein, denn eine solche Mühle lässt sich zumindest seit 1828 hier nicht nachweisen.  
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 +Im Jahre 1929 errichte der „Verkehrs- und Verschönerungsverein Drabenderhöhe und Umgebung“, aus dem der Heimatverein Drabenderhöhe e. V. hervorgegangen ist, einen 22 Meter hohen Aussichtsturm mit Sitzgelegenheiten für rastende Wanderer auf der höchsten Erhebung des Löher Kopfes. Von hier aus ergab sich ein wunderbarer Blick auf Drabenderhöhe, Anfang und Scheidt, dem Homburger Ländchen mit seiner höchsten Erhebung des Immerkopfes, dem Gebiet des Heckberger Waldes mit den Erhebungen des Steimel, Schimmelhau und Buschhardt und dem Loopetal, sowie in die Rheinische Tiefebene mit dem Siebengebirge und den Eifelhöhen. Besonders beliebt waren die Waldfeste, die am Fuße des Turms gefeiert wurden. 
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 +Doch erfreute man sich nicht sehr lange an der neuen Sehenswürdigkeit. Nach 1945 war der hölzerne Turm bereits so baufällig und marode geworden, das man ihn abbrechen musste. Ein neuer Turm wurde auch nicht wiedererrichtet. Allerdings befinden sich noch heute die vier Sockel des Fundaments im Wald. Aufgrund noch vorhandener Fotografien des Aussichtsturms entstand im Jahre 2017 ein 14,2 Meter hoher Nachbau im LVR-Freilichtmuseum Detmold. 
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 +Im Jahr 1944 begann die Wehrmacht mit dem Bau einer V1-Stellung auf dem Löher Kopf. Hier lag Stellung 104 der 1. Batterie der I. Abteilung des Flak-Regiments 155(W). Eine V 1 soll bei Kriegsende noch vor Ort gewesen sein, allerdings gab es wohl keine Abschüsse. Die Überreste der Bentonfundamente sind im Wald noch erhalten.
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 +Veränderungen für die Landwirtschaft ergaben sich durch ein Flurbereinigungsverfahren, welches das Amt für Agrarordnung im Raum Drabenderhöhe in den Jahren 1947 bis 1950 durchführte. Durch die jahrhundertelange Realteilung entstand eine Vielzahl von kleinsten Parzellen, die eine sinnvolle wirtschaftliche Nutzung eher ein Nachteil bedeuteten. Durch die Flurbereinigung wurden größere zusammenhängende Nutzflächen geschaffen, die der aufkommenden Mechanisierung in der Landwirtschaft Rechnung trugen und rationellen Maschineneinsatz erlaubten. Im Jahre 1958 entstand auf dem Weg von Drabenderhöhe nach Verr der Aussiedlerhof „Löher Hof“, den Otto Hühn inmitten seiner landwirtschaftlichen Flächen in der Flur „Im Verrer Feld“ außerhalb des Dorfes erbaute und damit die Voraussetzung für eine Modernisierung und Vergrößerung seines Agrarbetriebes schuf. Durch die 1932 scharf um den Ort gezogene Grenze lag der Löher Hof, wie die Ortschaften Büddelhagen und Verr, sowie Brächen mit dem Gasthof Stölting und dem Haus Rohler bis 1975 auf Engelskirchener Gemeindegebiet.
  
 ==== Steimel ===== ==== Steimel =====
  
-Der Steimel ist ein 350,9 m hoher Berg mit einem schönen Waldgebiet nördlich von Büddelhagen. Der Name setzt sich aus den Wörtern Stein und Bühl (althochdeutsch buhil) zusammen. Bühl steht für einen Berg oder eine Anhöhe. Der heimischen Dialekt verkürzt die beiden Wörter und setzt sie zu Steemel, hochdeutsch umgedeutet zu Steimel zusammen. Der Steimel ist also der Steinberg+Der Steimel ist ein 350,9 m hoher Berg mit einem schönen Waldgebiet nördlich von Büddelhagen. Der Name setzt sich aus den Wörtern Stein und Bühl (althochdeutsch buhil) zusammen. Bühl steht für einen Berg oder eine Anhöhe. Der heimischen Dialekt verkürzt die beiden Wörter und setzt sie zu Steemel, hochdeutsch umgedeutet zu Steimel zusammen. Der Steimel ist also der Steinberg. Historisch gesehen bildete das Waldgbiet um den Steimel die Flur "Steimelsknippen" mit Flurnamen wie "Im Steimel", "Im alten Steimel", "Unterm Steimel", "Oben unterm Steimel, Unten vorm Steimel", "Oben vorm Steimel" oder "Auf der Verrer Hütten". Die Verrer Hütte weisst auf eine Eisenschmelzhütte hin, die vermutlich im Mittelalter betrieben wurde. Sie lag etwa an der Mündung des Sungssiefen in die Loope. Der Sungssiefen trennt auch die beiden Bergkuppen Rafelsberg und Steimel. Geografisch liegt der Steimel in der unmittelbaren Nähe des [[ort:flurnamen:berge|Rafelbergs]], der historisch die Gegebenheiten des Steimels teilt.  
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 +====Rafelsberg==== 
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 +Der Rafelsberg gehört zu den unbekannteren Bergen im Heckberger Wald und liegt westlich der Ortschaft Büddelhagen in der Gemeinde Engelskirchen. Wer viel Wald und Natur mag, ist hier genau richtig. Der Rafelsberg misst eine Höhe von 360,4 m. Weite Gebiete stehen hier unter Naturschutz.  
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 +Das Gebiet liegt in den historischen Fluren "Landerscheid" und "Silberkaul" und es finden sich Bezeichnungen wie "Vor der Erle im Rafelsberg", "Vor oben im Rafelsberg", "Unten im Rafelsberg" "Vor unten im Rafelsberg" und "Im Rafelsberg im Dellchen".  
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 +Den Namensursprung zu deuten, gestaltet sich nicht so einfach. Es ist anzunehmen, dass es sich um eine Zusammensetzung des mittelhochdeutschen „rāwe “, was für Ruhe steht und des ebenfalls mittelhochdeutschen "bühel", neuhochdeutsch „Bühl“ handelt, welches mundartlich abgeschliffen ist. Bühl kann man mit Anhöhe bzw. Hügel übersetzen. Möglich ist es auch, dass im Wortpaar das Wort Hübel, mundartlich Hövel enthält, was ebenfalls Hügel bedeutet. Dann hieße es: der ruhige Hügelberg. 
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 +Mit der preußischen Uraufnahme wurden von dem Gebiet erstmals Katasterunterlagen im Jahre 1828 erstellt. Aus dieser lässt sich entnehmen, dass die Waldungen insbesondere den Einwohnern von Büddelhagen, Obermiebach, Scheidt und Verr gehörten. Kleinere Flächen bewirtschaften im Bereich des Landerscheids auch die Bewohner von Niedermiebach, Oberdorf, Oberbusch, Höllerhof, Wellerscheid, Henningen und Esinghausen. Zwei große Parzellen "Im Steimel" und "Im Altenhau" hatte der Graf von Nesselrode im Besitz.  
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 +Die Besitzverhältnisse des Waldes veränderten sich allerdings Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhundert. Nach der Betriebskarte "der Engels'schen Forsten in Engelskirchen" vom 1. Oktober 1958 hieß der Eigentümer bis auf wenige kleine Parzellen Hermann Engels. Im April 1837 entschloss sich Friedrich Engels senior aus Barmen das Hammerwerk in Braunswerth von der Familie Schnabel zu kaufen und gründete am 1. Juli 1837 zusammen mit dem Fabrikanten Peter Albert Ermen, die Firma "Baumwollspinnerei Ermen & Engels in Manchester und Engelskirchen". Die noch heute existierenden Industrieanlagen entstanden nach und nach und das alte Hammerwerk mit Wohngebäuden wurde abgerissen. 1855 wurde die im klassizitischen Stil erbaute Villa Braunswerth errichtet. Die Mitarbeiterschaft setzte sich vornehmlich aus mittelosen Tagelöhnern, verschuldeten Handwerkern, arbeitslos gewordenen Hütten- und Grubenarbeitern, sowie kleineren Handwerkern zusammen. Unter den Arbeitern fanden sich zu allen Zeiten Menschen, die ihren Waldbesitz und Gartenflächen an die Familie Engels verkauften, um ihren Schuldverpflichtungen nachzukommen und um einen Arbeitsplatz im Betrieb zu erhalten. Offensichtlich hatten die Engels die wirtschaftliche Not vieler ausgenutzt, um über Jahrzehnte den Grundbesitz an Wald, Feldern und Wiesen zu vermehren. Davon betroffen waren auch Familien in Verr, Büddelhagen und Scheidt, deren Männer neben der Landwirtschaft im Bergbau beschäftigt waren. 1896 wurde die Grube Silberkaule geschlossen, 1926 folgte dann die Grube in der Bliesenbach.  
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 +Auch heute noch gibt es Erzählungen, dass Hermann Engels nur eine Beschäftigung anbot, wenn man seinen Grund und Boden an ihn verkaufte. Die umfangreichen fortstwirtschaftlichen Flächen,die von der Agger über Schimmelhau bis zum Rafelsberg und Steimel reichten, wurden von einem eigenen Förster bewirtschaftet und verwaltet. Felder, Wiesen und Weideflächen wurden mitsamt den Höfen langfristig in Pacht gegeben. Nach dem 2. Weltkrieg gingen allerdings viele hundert Hektar aufgrund von Erbteilungen und umfangreiche Verkäufe an den Landschaftverband als beauftragte Bundesstraßenbauverwaltung zum Bau der Autobahn A4 verloren.  
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 +Wie schon erwähnt, gehörten die Waldgebiete zusammen mit den benachbarten Ortschaften Anfang,  Brächen, Büddelhagen und Verr über Jahrhunderte zur Gemeinde Engelskirchen im Amt Steinbach, Herzogtum Berg. Dies blieb auch so, als die Preußen die Verwaltung formell im Jahre 1815 übernahmen. Die Grenzziehung stellte sich für die Bevölkerung, die im Gegensatz zum katholischen Engelskirchen evangelisch war und zur Kirchengemeinde Drabenderhöhe gehörte als nicht mehr zeitgemäß dar. Daher stellten am 5. Dezember 1924 die Familienvorstände von Obermiebach und Scheidt, die der ebenfalls katholischen Zivilgemeinde Much zugeordnet waren, einen Antrag auf Ausgemeindung in die Zivilgemeinde Drabenderhöhe. Dieser Antrag wurde zunächst von den evangelischen Orten in Engelskirchen unterstützt. Dazu wurde Anfang März 1926 eine Versammlung der betroffenden Einwohner einberufen, um einen bereits vorgefertigten Eingemeindungsantrag an die entsprechende Behörde einzureichen. Allerdings hatte ein Einwohner dagegen protestiert. Um wen es sich dabei handelte, wird nicht erwähnt. Daraufhin wurde vom Bürgermeister Becker großen Druck auf die Einwohner ausgeübt, um die Ausgemeindung zu verhindern. Unter dem Vorsitz des Engelskirchner Bürgermeisters wurde eine Protestversammlung im Gasthof Kalscheuer in Anfang am 24. März 1926 einberufen. Dort wurde ein Schriftstück verfasst, in dem alle Familienvorstände aus den betroffenden Orten sich angeblich gegen die Ausgemeindung aussprachen und namentlich erwähnt wurden. Unter den Unterzeichnern findet sich neben dem Bürgermeister auch Hermann Engels, sowie seine Firma Ermen & Engels. Vermutlich spielte Hermann Engels als "Meinungsmacher" der Menschen zur Verhinderung der Ausgemeindung eine große Rolle. Bereits am 27. März 1926 verfasste Engels eine Schreiben an die Bürgermeisterei Engelskirchen in der er die Ausgemeindung ableht. Er schreibt: "Wir müssen als Besitzer grösserer Immobilien der bezeichneten Bezirke hiergegen energischen Widerspruch erheben. Wir besitzen in dem genannten Bezirk mehrere hundert Morgen Ländereien sowie mehrere Gebäude und haben nicht das geringste Interesse daran, dass solche von Engelskirchen abgetrennt werden, im Gegenteil, wir wünschen bei der Vewaltung der auch unsere sonstigen Immobilien unterstehen, der Bürgermeisterei Engelskirchen zu verbleiben." 
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 +Auch in der Presse wurde das Thema hitzig aufgenommen. Die "Bergische Wacht" schreibt am 27. März 1926: "Den Kreisen, welche die südöstliche Ecke der Gemeinde Engelskirchen "überzeugen" wollen, daß sie bei einem Anschluss an Bielstein besser fahre, können wir daher nur zurufen: Händeweg!" 
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 +Nach 8 Jahren langer Streitigkeiten mit den Gemeinden Much und Engelskirchen gelang am 1. Oktober 1932 zumindest die Ausgemeindung der Orte Scheidt und Anfang. Die anderen Orte verblieben weiterhin bei Much und Engelskirchen. Der damalige Bürgermeister der Gemeinde Drabenderhöhe Dr. Hermann Lutter versuchte auch in den folgenden Jahren die Eingemeindung der anderen Orte voranzutreiben, allerdings erfolglos. Im Jahre 1938 kam das Thema im Zuge mit einem Umlegungsverfahren nochmals auf, denn durch das Gebiet sollte eine Reichsautobahn gebaut werden. Wegen Ausbruch des Krieges am 1. September 1939 wurde der Plan aber nicht mehr umgesetzt. Ab März 1946 ging es zumindest wieder um eine Umlegungsverfahren von Grundstücken mit entsprechender Eingemeindung nach Drabenderhöhe. Hier ging es vorallem und landwirtschaftliche Flächen, die den Scheidtern gehörten, sowie eine Eingemeindung von Brächen. Wortführer war hier Gustav Neuschäfer, der im Namen der Dorfgemeinschaften versuchte, das Vorhaben zu blockieren.  
 +In welcher Beziehung Gustav Neuschäfer zur Gemeinde Engelskirchen und zu Hermann Engels stand, bleibt noch aufzuklären.  
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 +Letztendlich wurden die Orte Brächen, Büddelhagen und Verr am 1. Januar 1975 der Stadt Wiehl zugeschlagen. Allerdings hielt man sich nicht an bestehende Flurgrenzen, sondern orientierte sich an den Grenzen des Engels'schen Forstgebietes, was annehmen lässt, dass die Familie Engels bei der Grenzziehung vermutlich einen Einfluss gehabt und auch geltend gemacht hat. Die Firmengeschichte von Ermen und Engels endete nach 142 Jahren im Jahre 1979. Die Textilindustrie hatte aufgrund internationalem Konkurrenzdruck keine Zukunft mehr in Deutschland.  
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